Interview mit Albrecht Wagner (Die drei Ringe)

In Ihrem Roman „Die drei Ringe“ gehen Sie vor allem auf das Problem des Rassismus ein –wie kamen Sie auf das Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit?

Fast alle Kriege und Konflikte auf dieser Welt haben ihren Ursprung in Intoleranz. Sei es aufgrund einer anderen Religion, einer anderen Hautfarbe, einer anderen Kultur, einer anderen Weltanschauung. Dies war immer so und ich habe den Eindruck, dass gerade die aktuelle Entwicklung in Europa und den USA Ausgrenzung, Isolation und Rassismus erschreckend bestärkt. Zum Glück gab es aber schon immer die humanistische, versöhnende und für Toleranz einstehende Sicht der Dinge, wie es zum Beispiel im Stück „Nathan der Weise“ von Lessing vor über 200 Jahren ausgedrückt wurde. Vielleicht kann das Buch „Die drei Ringe“ ein wenig davon in das hier und heute unserer Zeit tragen.

Haben oder hatten Sie selbst mit Rassismus zu kämpfen?

Selbst wenn nicht immer persönlich, so ist jeder von uns mit dem Thema Rassismus tagtäglich konfrontiert. Aktuell in Deutschland durch die Flüchtlingskrise, brennende Asyleinrichtungen, Morde der NSU, zunehmender Rechtsradikalismus oder alter und neuer Antisemitismus. Leider ist das Teil der früheren und wieder zunehmend neueren deutschen Geschichte. Das hat mich sehr beschäftigt, „Die drei Ringe“ schlägt hier eine Brücke über mehrere Generationen, vor allem ist es aber eine spannende Geschichte für die Adventszeit.

Können Sie sich mit einem oder mehreren Charakteren identifizieren?

Es ist immer etwas von einem selbst in den Figuren des Buches versteckt, ich glaube sonst wäre es nicht ehrlich. Am liebsten wäre ich aber Paul, der schon in „Konstantin findet mehr als Gold“ eine Hauptperson war. Der ist lockerer und unbeschwerter als ich es bin, vielleicht deshalb mag ich ihn besonders. Ich hätte es als Jugendlicher sicher super gefunden einen coolen Typen wie Paul als Freund zu haben.

Dachten Sie an jemand bestimmten während Sie dieses Buch schrieben?

Nein, es ist keine konkrete Person als Vorbild vorhanden, aber viele Menschen, Kinder und Jugendliche, denen ich im Laufe des Lebens und vor allen in meiner Kindheit begegnet bin, haben ihre Spuren und Gedanken in den Personen des Buches hinterlassen. Wirklich existiert natürlich der Künstler Gunter Demnig, der die Stolperstein-Denkmäler in Deutschland und Europa verlegt.

Können Sie sich vorstellen sich in Zukunft von „Kinderbüchern“ zu distanzieren und sich einem anderen Genre zu widmen?

Warum (nicht)? Gibt es schon weitere Ideen, auf die sich Ihre Leser freuen dürfen? Das kann sein, es gibt Ideen, aber noch keine genauen Pläne, ich lasse mich am besten selbst von mir überraschen.

Über das Buch „Die drei Ringe“

Eine Abenteuergeschichte über und für Jugendliche. Verschiedene Religionen und Kulturen können trotz Unterschiede miteinander auskommen- oder etwa nicht? Jugendliche können sich mit bestimmt einem der Charaktere identifizieren. Religionshass, Rassenverachtung und andere Nazi-Ideologien sind immer noch in der Gesellschaft präsent. Auch wenn Weihnachten unterschiedlich gefeiert wird, wird es dennoch von Menschen gefeiert.

Daniel Rosenzweig, ein Jude, wird von drei Jugendlichen ohne Grund gejagt. Sie heißen Hassan, Saddam und Adolf: ein Trio aus Deutschland Palästina und dem Irak. Daniel entkommt den Dreien nur knapp. Er kann sich in den Keller eines Nachbarhauses retten. Dafür hat er einen Schlüssel an einem ganz besonderen Ring. Dieser wurde ihm vom Hausmeister Herrn Dietrich geschenkt. Mit Hilfe von Paul und Lena, einem Geschwisterpaar, kann Daniel über eine Verbindungstreppe in seine Wohnung gelangen. Lena trifft sich allerdings mit Hassan bei einem Konzert gegen Rechtsextremismus. Dort gerät alles aus den Fugen, wenn die Besucher von vermummten Gestalten in der Konzerthalle eingesperrt werden. Daniel entkommt. Er kann zusammen mit Paul, einem Christen, und Hassan, einem Mohammedaner, die Menschen retten.

ISBN: 978-3-947470-15-0 Preis: 10€ 184 Seiten